Mein Bild vom Kind


Ein Kind ist für mich zu aller erst ein Mensch!

 

 

Dieser kleine Mensch ist bereits im Mutterleib und von Geburt an ein kompetentes Wesen. Er bringt alle Fähigkeiten mit, welche er zum Überleben braucht. Von Natur aus ist es vorgesehen, dass ein kleines Baby in der Lage ist, seine Eltern dazu zu bringen für es zu sorgen, es zu pflegen und ihm alle Hilfe zukommen zu lassen, welche es braucht. Da es nicht für sich selbst sorgen kann, ist es auf Eltern anfewiesen, die dazu bereit sind aus vollem Herzen seine geäußerten Bedürfnisse zu erfüllen. Durch dieses liebevolle Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes, wird eine Basis des Urvertrauens gelegt, welche zu Selbstvertrauen anwächst und im Laufe des Lebens zu immer mehr Unabhängigkeit und Selbständigkeit führt. Vor allen Dingen führt es aber dazu, glücklich zu werden!

 

 

Der Weg zur wahren Unabhängigkeit verläuft immer über die Abhängigkeit

 

 

Als kleiner Mensch darf man sein Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Eltern so lange geniessen, bis man selbst zur Unabhängigkeit bereit ist - dieser Weg lässt sich nicht verkürzen! Bei diesem natürlichen Reifungsprozess ist es nicht nötig sein Kind anzuschubsen, jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Diesem sollten wir vertrauen! Wir sind auf diesem Weg auch nicht alleine, denn die Verantwortung für die Reifeentwicklung liegt nicht nur bei den Eltern, sondern sie wird zu großen Teilen von der Natur getragen. Werden die Bedürfnisse, z.B. aus Angst vor Verwöhnung, nicht erfüllt, so stehen wir der Bewegung des Kindes zur wahren Unabhängigkeit, und somit zum Glück, im Weg!

 

 

Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen

 

 

Ein Kind hat den natürlichen Drang ein Teil der Gemeinschaft sein zu wollen, weshalb es von Natur aus ein soziales Wesen ist. Diese soziale Kompetenz ist ebenfalls Teil des natürlichen Reifungsprozesses und Bedarf keinerlei vorantreiben durch Erwachsene. Da ein Kind dazugehören möchte, kooperiert es mit den Erwartungen seiner Eltern.

 

 

Es bedarf keinerlei Förder- oder Erziehungsmaßnahmen

 

 

Ein Mensch kommt mit einer solchen Neugier und Freude am Lernen auf die Welt, dass es hierbei keinerlei Anweisungen oder Vorgaben durch den Erwachsenen bedarf. Es verfolgt mit Begeisterung seine Interessen und wird dadurch im Laufe seines Heranwachsens alle wichtigen Kulturtechniken beherrschen. Dies ist auch deshalb total einleuchtend, da es zur Gemeinschaft dazugehören möchte. All diese natürlichen Kompetenzen bedingen und unterstützen sich gegenseitig. Deshalb sollte man dem Förderwahn den Rücken kehren und mit seinem Kind aus Freude und Muße spielen. Auf sein Spiel sollte man sich einlassen und nicht ständig versuchen die Richtung vorzugeben. Man sollte sein Spiel beobachten ohne immer gleich einzugreifen. Vor allen Dingen sollte man nicht das Spiel unterbrechen um etwas zu lernen, denn ein Kind lernr gerade und nur beim Spielen!

 

 

Ein Kind ist ein vollwertiger Mensch, der außer seiner Versorgungs- und Pflegebedürftigkeit keine Unterschiede im Recht, und im alltäglichen Umgang zum erwachsenen Menschen, aufweist. Er ist nur ein kleinerer Mensch, mit weniger Erfahrungen in dieser großen weiten Welt als wir Erwachsenen. Es ist nicht nötig, ihn aus pädagogischer Absicht zum Objekt erzieherischer Maßnahmen zu machen, welcher an eine vermeintlich bessere Zukunft geführt werden muss. Wir sollten ihn aufgrund seiner Hilfsbedürftigkeit, Abhängigkeit und Beeinflussbarkeit nicht als "erziehungsbedürftig" ansehen, sondern als "ergänzugsbedürftig". Somit existiert kein Unterschied zum Rest der Menschheit, da jeder Mensch in unterschiedlichem Umfang an Hilfe bedarf und es verdient hat, diese zu erhalten.

 

 

Gleichwertigkeit der Bedürfnisse

 

 

Als Eltern sollte man der Versuchung widerstehen, die natürliche Bedürftigkeit des Kindes auszunutzen und es zu einem Ziel hinzuziehen, welches nicht seinen Bedürfnissen entspricht. Das heißt nicht, dass einem heranwachsenden Kind auch jeder Wunsch erfüllt werden sollte. Natürlich brauchen alle Menschen, ob groß oder klein, Widerstände, an denen sie wachsen können. Jedoch sollten diese nicht pädagigisch, und somit künstlich, gesetzt sein, sondern natürlich, durch authentische Erwachsene, welche ihre Interessen nicht verbergen, sondern verteidigen. Kein Erwachsener sollte sich den Wünschen des Kindes unterlegen und sich selbst aufgeben.

 

 

Zu guter Letzt ist ein Kind ein Mitglied unserer Familie, von welchem wir Lernen und somit gemeinsam wachsen können!