Schwanger mit dem Folgewunder: 8 Tipps gegen die Angst!

Ich glaube es gibt kaum eine Sternenmama die sie nicht kennt: die Angst, die einem das Leben schwer machen will und die Folgeschwangerschaft nicht genießen lässt! Gerade in bestimmten Schlüsselmomenten drängt sie sich besonders in den Vordergrund. Beispielsweise direkt nach erfolgtem positivem Schwangerschaftstest, bei jeder Vorsorgeuntersuchung und genau zu dem Zeitpunkt, als sich das geliebte Sternenkind verabschiedete. Damit Du Deine Schwangerschaft mit Deinem Folgewunder möglichst angstfrei erleben kannst, habe ich Dir hier ein paar handfeste Tipps zusammengetragen, mit denen Du es schaffen kannst Deiner Angst zu begegnen, sie anzunehmen und sie möglichst ins Vertrauen umzukehren.

 

 

 

Tipp 1:  Positive Affirmationen

 

 

 

Es ist immer gut ein Ass im Ärmel zu haben! Gerade dann, wenn die Angst einen mal wieder so dermaßen überfällt, dass man gar nicht mehr klar denken kann. Positive Affirmationen sind ein solches Ass! Sie helfen Dir dabei Deine Gedanken ins Positive zu lenken und Deinen Verstand quasi umzuprogrammieren. Das ist besonders dann hilfreich,  wenn die Angst einem nur noch die realen Bilder der Vergangenheit vor Augen führt und nichts an positive Gefühlen und Gedanken zulassen mag.

 

Positive Affirmationen sind zu jedem Zeitpunkt Deiner Folgeschwangerschaft ein gutes Werkzeug, um Deiner Angst ein Gegenargument zu liefern und sie durch Dein Vertrauen abzulösen.

 

Ich habe Dir hier einige von diesen Assen zusammengetragen. Du kannst sie auf ein Kärtchen schreiben und immer mit Dir herumtragen. Am besten Du notierst Dir die Affirmationen, die Dich am meisten ansprechen, auf und liest sie Dir immer und immer wieder durch wenn Dir danach ist. Du kannst sie auch als Post-it´s in Deiner Wohnung verteilen und Dich somit in einen Dauerzustand der bewussten positiven Gedanken halten.

 

Hier sind sie:

 

  • Ich weise alle Angst von mir, während ich meine Schwangerschaft voll und ganz genieße
  • Ich bin entspannt und glücklich, dass mein Baby in mir heranwächst
  • Ich stelle mich darauf ein, dass die gesamte Schwangerschaft gut verläuft
  • Ich vertraue meinem Körper und lasse mich von ihm leiten
  • Mein Geist und mein Körper sind total entspannt und bleiben es auch dann, wenn die Angst sich einschleichen möchte
  • Ich fühle mich sicher und geschützt und blicke voller Zuversicht in die Zukunft
  • Ich bin vollständig entspannt und überlasse den Verlauf der Schwangerschaft der Natur
  • Ich sehe, wie es meinem Baby im Bauch richtig gut geht
  • Mein Körper und mein Baby sind eine Einheit, zusammen sind wir ein perfektes Team
  • Ich bin bereit mich auf alles einzustellen, egal welchen Verlauf die Schwangerschaft auch nimmt
  • Mein Körper ist gesund und hat die Kraft, mein Baby auszutragen und auf die Welt zu bringen
  • Mein Baby fühlt sich in meinem Bauch richtig wohl
  • Auch wenn die Angst mich aus der Bahn werfen will, bleibe ich ruhig und entspannt
  • Ich sorge für mich und meinen Körper, so dass auch mein Baby gesund sein wird
  • Ich freue mich auf mein Kind und stelle mir schon jetzt vor, wie ich es bald im Arm halten werde

 

 

 

Tipp 2: Begrüße das Leben in Dir

 

 

 

Der Schwangerschaftstest fällt positiv aus und Du kannst Dich gar nicht freuen? Du würdest Dich zwar gerne freuen, doch Du traust Dich nicht, da die Angst, dass es wieder passiert, zu groß ist? Also tust Du mal so, als ob da noch gar nichts im Bauch drinnen ist, damit der Schmerz nicht so groß ist, falls es auch wieder ein Sternenkind wird?

 

So habe ich in meiner Folgeschwangerschaft auch gedacht. Ich wollte null Bindung aufbauen und hielt meine Freude zurück. Und dann wurde es leider tatsächlich wieder ein Sternenkind. Und weißt Du was? Der Schmerz war sogar noch viel größer, da ich mich ärgerte, dass ich die wenige Zeit die ich mit meinem Baby im Bauch hatte nicht genossen habe. Ich hatte das Gefühl, meinem Baby in dieser kurzen Zeit keine gute Mutter gewesen zu sein. Denn ich war es bereits: eine werdende Mutter!

 

Deshalb rate ich Dir: Mach der Angst einen Strich durch die Rechnung. Lass sie nicht über Deine Beziehung und Bindung zu diesem neuen, kleinen Leben in Dir bestimmen, denn es beschützt Dich bei einer erneuten Fehl- oder Todgeburt vor keinem Schmerz! Es wird trotzdem wehtun, egal wie sehr Du Dich jetzt anstrengst Deine Gefühle für dieses kleine Leben in Dir zu unterdrücken. Sei Deiner Angst dankbar für ihren gutgemeinten Dienst, und mach ihr klar, dass Du ihn nicht mehr annehmen magst. Denn ja, es kann wieder passieren, aber es muss nicht wieder passieren! Sag ihr das immer wieder! Sag ihr, dass Du vor hast das Risiko einzugehen und jeden Tag mit Deinem Baby im Bauch JETZT genießen möchtest!

 

Begrüße noch heute das kleine Leben in Dir, falls Du es nicht schon längst getan hast. Leg Deine Hand auf Deinen Bauch und sprich mit ihm von Herz zu Herz. Sag ihm alles wonach es Dir ist. Wie froh Du bist und wie viel Angst Du hast. Das Du jeden Tag mit ihm genießen wirst und immer für es da sein wirst. Gehe vom ersten Tag eine Beziehung zu ihm ein und lass Bindung zu. Du wirst es viel mehr bereuen es nicht getan zu haben, als wenn Du es jetzt doch tust. Und denk daran: Dieses Mal kann alles gut gehen! Es ist eine neue Schwangerschaft, mit einem neuen Baby und einer neuen, veränderten Frau...denn Dein Sternenkind hat bei Dir definitiv seine Spuren hinterlassen und einen Stein ins Rollen gebracht!

 

 

 

Tipp 3: Führe ein Tagebuch

 

 

 

Dieses immer wiederkehrende Hauptargument der Angst, „Was wenn es wieder passiert“, führt dazu, dass wir uns nicht trauen unser kleines Folgewunder im Bauch als real anzuerkennen. Wir sind immer auf der Hut, um nicht doch noch ein wenig Gefühl herauszulassen. Zwar freuen wir uns über unsere Schwangerschaft, doch sprechen wir über unser Baby  meistens nur in Eventualitäten. Wir sagen nicht „Ich bin so glücklich über mein Baby im Bauch und freue mich schon jetzt auf die Zeit mit ihm“ sondern „Wenn mein Baby dann mal das sein sollte, dann werde ich es vielleicht endlich in den Arm schließen können“. Wir wollen unsere Emotionen und Zukunftshoffnungen nicht wirklich an uns heranlassen, unterdrücken sie, um das Bild einer glücklichen Schwangeren zu mimen. Gar nicht mal für die anderen sondern hauptsächlich für uns selbst.  Und oft merken wir das nicht einmal. Wir halten uns für glückliche Schwangere, doch in Wirklichkeit können wir diese 40 Wochen überhaupt nicht genießen.

 

Deshalb schlage ich einen Perspektivenwechsel vor: Lass es real werden! Zeige Dich mit all Deinen Gefühlen der Freude, der Angst, des Zweifels, der Verletzlichkeit und was auch immer an Gefühlen in dieser Zeit in Dir hochkommt. Führe ein Tagebuch, am besten vom ersten Tag an!  Schreibe all Deine Gedanken und alles was geschieht auf. Kleb den positiven Schwangerschaftstest direkt auf die erste Seite und schreib auf wie Du Dein Baby im Bauch begrüßt hast. Beginne alles rund um Dich und Deinem Baby im Bauch festzuhalten. Glaube mir, es wird sich unheimlich befreiend anfühlen!

 

 

 

Tipp 4:

Verbinde Dich so oft wie möglich mit Deinem Baby im Bauch

 

 

 

Das ist echt das allerbeste was Du tun kannst! Lege Deine Hand so oft wie möglich auf Deinen Bauch, streichle Dein Baby über die Bauchdecke,  spüre es über die Handfläche, lese ihm ein Buch vor, singe ihm etwas vor, spiele ihm eine Spieluhr vor oder schaukle es sanft. Jede bewusste Handlung die Du ausführst, um mit Deinem Baby in Kontakt zu treten, lässt ein Gefühl von Verbundenheit und Sicherheit entstehen. Sei offen dafür auch etwas zurück zu empfangen! Nimm Dir bewusst Zeit für Dich und Dein Baby im Bauch. Plane Dir Zeiten des Nichts-tuns, der Ruhe und der Entspannung ein, um Dich mit ihm zu verbinden. Rede mit ihm, entweder laut oder mit Deiner inneren Stimme…oder noch besser beides! Versuch Dein Baby zu spüren und es schon jetzt kennenzulernen. Versuch schon jetzt zu erfühlen wie es Deinem Baby geht, damit Du Dich in Momenten der Unsicherheit in es reinfühlen kannst und Dir so direkt wieder Klarheit abholen kannst.

 

 

 

Tipp 5: Vertraue auf Dein Bauchgefühl

 

 

 

Die meisten Sternenmamas sagen mir, dass sie nach ihrem Verlust ihrem Bauchgefühl nicht mehr vertrauen. Sie sind der Meinung, es hätte sie getäuscht, da es ihnen in der Schwangerschaft mit ihrem Sternenkind nicht gesagt hat, dass was nicht stimmt. Sie hatten wohlmöglich über Wochen ein gutes Gefühl, um dann bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung zu erfahren, dass das Herzchen ihre Engels schon lange nicht mehr schlug. So eine Erfahrung hinterlässt Wunden. Sie nehmen also ihr Bauchgefühl wahr, doch es ist ihnen keine Hilfe mehr gegen die Angst oder bei ihren Entscheidungsfindungen. Sie wollen nicht schon wieder auf ihr Gefühl "hereinfallen".

 

Ich kann das verstehen, denn bei mir war es ähnlich. Als ich mit heftigen Blutungen auf der Intensivstation lag und irre Angst um mein Kind hatte, sagte mir mein Gefühl immer und immer wieder das alles gut wird. Als es nach zwei Tagen Kampf dann starb verstand ich die Welt nicht mehr. Auch ich verlor zunächst das Vertrauen in mein Bauchgefühl. Doch heute weiß ich, dass mein Bauchgefühl NICHT falsch lag, sondern dass ich es falsch verstanden habe. Ich habe meinem Bauchgefühl die falschen Fragen gestellt.

 

Für unsere Seelen war das was passiert ist "gut" und auch richtig. Doch das konnte ich nach meinem Verlust und während meiner Folgeschwangerschaft nicht begreifen. Das können die wenigsten von uns. Und das ist auch OK so! Mitten im Trauerprozess ist alles einfach nur unfair und ungerecht! Es ist weit und breit kein Sinn zu erkennen. Je schneller wir also nach unserem Verlust wieder schwanger werden, umso extremer ist auch unsere Angst und umso weniger gelingt es uns unserem Gefühl zu vertrauen, da wir noch verloren inmitten einer zerstörten Welt stehen. Erst sehr viel später können die meisten von uns berichten, dass sich ihr Leben seit dem Verlust ihres Sternenkindes sehr verändert hat. Und ich bin schon einigen Sternenmamas begegnet die von sich sagen können, dass sich ihr Leben durch ihr Sternenkind zum Guten verbessert hat, da es ihnen die Augen öffnete und neue, ungekannte Türen aufzeigte.

 

Unser Bauchgefühl lügt nie! Nur wir verstehen es oft falsch oder wollen bzw. können nicht wahrhaben was es uns mitteilt. Ich frage mein Bauchgefühl nicht mehr „Wird dieses Mal alles gut?“, denn „Gut“ kann so vieles bedeuten und muss nicht mit meinem Verständnis von „Gut“ übereinstimmen. Ich frage eher konkret „Werde ich dieses Mal Mutter eines Erdenkindes?" oder "Schafft es mein Baby lebendig und gesund in diese Welt?". Wenn Du Dir dieser Funktionsweise Deines Bauchgefühls bewusst bist, so kann es Dir ein wertvoller Partner gegen die Angst sein. Es kann Dir dabei helfen Entscheidungen zu fällen. Und es kann Dir dabei helfen Deine Körpersignale sowie auch die Signale Deines Babys richtig zu deuten.

 

 

 

 

Tipp 6: Entspannungstechniken und Meditationen

 

 

 

 

Eine weitere Möglichkeit, um Deinen Ängsten entgegen zu wirken und ins Vertrauen zu kommen, sind Entspannungstechniken (z.B. Autogenes Training) und auch Meditationen. In meinem Blog habe ich bereits die Meditation "von Herz zu Herz" vorgestellt, die eine wunderschöne und sehr intensive Verbindung zwischen Dir und Deinem Baby ermöglicht. Das Angebot in dieser Richtung ist groß und vielfältig, so dass Du bestimmt auch etwas findest, was Dir zusagt. Das Gute an Entspannungstechniken und Meditationen ist, dass Du wieder in Deine Mitte kommst und beginnst Dich selbst zu spüren.

 

 

 

 

Tipp 7:

Intensivere Betreuung durch Arzt  und/oder Hebamme

 

 

 

 

Wenn Du merkst, dass Du eine intensivere medizinische Betreuung benötigst, um die Bestätigung zu bekommen dass es Deinem Baby gut geht, dann gestehe Dir diese zu. Dann mache diesen einen oder anderen Ultraschall mehr, wenn es Dir dabei hilft Deine Ängste abzubauen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, Dich zusätzlich zum Frauenarzt von einer Hebamme betreuen zu lassen. Hebammen nehmen sich viel mehr Zeit für Dich und Deine Sorgen als Ärzte. Durch ihre Art der Vorsorge - indem sie Dein Baby abtasten und abhören - erhältst Du einen ganz anderen Bezug zu ihm: es ist nicht mehr das Ultraschallbild in Deiner Hand, sondern das reale Baby in Deinem Bauch. Du weißt genau wo und wie es liegt, da Deine Hebamme Dir das sagt und zeigt. Und wenn Du willst zeigt sie Dir auch wie Du es selbst fühlst. Bei Unsicherheiten kannst Du sie sofort telefonisch kontaktieren und mit ihr reden, ohne erst mit einer Sprechstundenhilfe zu sprechen und einen Termin vereinbaren zu müssen. Sie sind echt sehr wertvolle Angstnehmer und Sicherheitsgeber.

 

 

 

Tipp 8: Reden, reden und nochmals reden

 

 

 

Zu guter Letzt das Allheilmittel, um Ängste loszuwerden und ins Vertrauen zu kommen: Spreche offen über sie! Rede sie Dir von der Seele. Indem Du über sie sprichst, verliert sie an Größe und Macht. Dies geht mit Deinem Partner, einer guten Freundin, der Hebamme, der Geburtsvorbereitungsgruppe oder auch in Internetgruppen und -foren.

 

 

 

 Alles Gute für Dich!

 

 

 

So, dass waren sie! Meine Tipps für Deine möglichst von Vertrauen geprägte Folgeschwangerschaft. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du sie genießen kannst und am Ende Dein Folgewunder im Arm halten darfst!

 

 

Alles Liebe

 

 

Eure Renate

Bildquelle: „Pregnancy and motherhood-pregnant woman doing yoga" #67433232 © diego cervo - Fotolia.com