Weihnachtszeit mit Sternenkindern im Herzen - "Was ist mir wirklich wichtig?"

Liegt es "nur" an der Weihnachtszeit? Oder generell daran, dass sich das Jahr dem Ende zuneigt? Oder daran, dass in dieser Zeit der Besinnlichkeit, der Liebe, des Zusammenseins und der Familie jemand fehlt, der  die Familie komplett gemacht hätte? An dem Teil der fehlt? Selbst wenn wir im Herzen immer komplett bleiben?

 

Gerade in dieser rituellen Zeit, die jeder irgendwie ungefähr auf gleiche Art begeht, und dessen Ausstrahlung und unausgesprochene Erwartungen zu einem durchdringen - ob man will oder nicht - meldet sich oft ein Stimmchen von ganz tief Innen: "Was ist mir wirklich wichtig"?

 

Hörst Du sie auch?

 

 

Weihnachtszeit ist Familienzeit

 

 

 

Ja, auch wir sind Familie, mit unseren geliebten Sternenkindern im Herzen. Und diese Familienmitglieder fehlen jetzt ganz besonders. Dass der Rest der Familie oft so tut, als wäre nichts gewesen, macht es nicht besser. Und das sie verlangen, wir sollten auch so tun, ebenso wenig. Denn wir wollen, dass unsere Sternchen weiterhin einen festen Platz in unserem Leben haben. Wir wollen nicht so weitermachen wie bisher. Harmonie und Besinnlichkeit auf Teufel komm raus ist nicht möglich. Dieses ganze weihnachtliche Ambiente und dieses ganze Drumherum passen oft nicht zu dem was wir fühlen. Und wenn wir entgegen unserer Gefühle handeln, leiden wir und uns geht es schlecht.

 

Und ja, es ist das Fest der Liebe. Wo alle ein Stückchen zusammen rücken. Wo ein paar Tage nicht über Differenzen gesprochen werden. Wo vieles unter den Teppich gekehrt wird. Einfach weil jeder Harmonie und Liebe pur erleben möchte. Doch wie soll das gehen, ohne das ein Teil von uns auf der Strecke bleibt?

 

 

 

Was ist Dir wirklich wichtig?

 

 

 

Was ist mit Dir?  Wonach ist Dir jetzt? Was ist Dir wichtig? Gerade jetzt? Jetzt, da im Radio schon fröhliche Lieder trällern, die Straßen weihnachtlich beleuchtet sind, alles nach winterlichem Weihnachtszauber duftet und man überall leuchtende Kinderaugen sieht? Für viele Eltern von Sternenkindern ist diese Zeit kaum zu ertragen. Wenn alles seinen normalen Gang zu nehmen scheint, doch man genau spürt, dass da eigentlich ein paar Füßchen mehr mit uns durch den ersten Schnee stapfen müssten.

 

 

 

Unsere Sternenkinder brachten einen Stein ins Rollen

 

 

 

So empfinde ich es zumindest. Seitdem meine erste Tochter im Juli 2009 von uns gegangen ist, ist nichts mehr so wie es mal war. In dem Moment als es hieß "das Herz schlägt nicht mehr" zerbrach meine Welt in tausende von Scherben. Alles was ich vorher meinte zu wissen oder zu glauben verlor schlagartig seine Gültigkeit. Jegliche Sicherheit ging verloren. Ich war wie ein verschrecktes kleines Kind, dass an die Hand genommen werden musste und das sich immer hinter ihrer Bindungsperson versteckte.

 

Diese Scherben setzen sich bis heute zu einer neuen Welt zusammen. Alles ist anders. Ich bin anders. Mein Umfeld ist anders. Meine Prioritäten und überhaupt meine Überzeugungen und Glaubenssätze sind anders. Meine Sternenkinder haben mir einen neuen Weg gewiesen. Ich gehe ihn mittlerweile gerne. Ich habe die großen Täler des Schmerzes und der tiefen Trauer hinter mir gelassen. Ich bin mir seit dem selbst näher gekommen.

 

 

 

Wenn man vom Weg abkommt

 

 

 

Doch immer mal wieder komme ich von diesem Weg ab. Dann spüre ich - auch 8 Jahre nach dem Verlust - ein paar Scherben liegen immer noch da. Das Weltpuzzle ist noch nicht vollständig. Ein paar Teile suchen noch ihren richtigen Platz. Dann habe ich den Blick für das verloren, was MIR wirklich wichtig ist. Dann bin ich inmitten eines Strudels und in meinem Kopf ist ein riesiger Knoten. Dann weiß ich weder vor noch zurück.

 

Wie findet man wieder zurück auf seinen Weg, auf dem es einem so gut ging?

 

 

 

Zentriere Dich und finde Deine Mitte

 

 

 

Gerade jetzt, in dieser schweren Zeit, in der wir die Leere in uns deutlicher denn je spüren, sollten wir uns TRAUEN WIR SELBST ZU SEIN! Stück für Stück sollten wir den Knoten in uns lösen, in dem wir ganz klein anfangen und etwas machen, was uns gut tut. Was würde Dir jetzt gut tun? Gibt es einen wirklich guten Grund, es jetzt nicht zu tun? Nein? Dann mach es! Und Du wirst sehen, diese eine Sache sorgt dafür, dass noch mehr Folgen!  Wir sollten uns trauen, andere vor den Kopf zu stoßen. Wir sollten uns trauen, für uns einzustehen.  Wir sollten uns wieder zentrieren, in unsere Mitte gehen und in uns hineinspüren und dann genau danach handeln.

 

Wir sollten Weihnachten so verbringen, wie wir es möchten.

 

 

 

Das erste Weihnachten ohne unser geliebtes Kind

 

 

 

Für uns war es ein sehr trauriges Weihnachtsfest. Uns war ganz und gar nicht nach Weihnachtsstimmung. Unsere Tochter sollte eigentlich mit uns unterm Weihnachtsbaum sitzen. Doch unsere Arme waren leer. Es war unerträglich. Wir entzogen uns dieser ganzen vorweihnachtlichen Stimmung soweit es ging. Heilig Abend verbrachten wir alleine. Genau das tat uns gut. Jeder wollte es uns ausreden: "Ihr müsst doch unter Leute", "Das Leben geht doch weiter", "Ihr könnt euch doch nicht in ein Loch zurückziehen". Doch für uns war es so genau richtig.

 

 

 

Und nochmal: Was ist Dir wirklich wichtig?

 

 

 

So eine einfache Frage. Und so schwer zu beantworten...vielleicht finden wir die Antwort darauf gemeinsam? In dem wir einen Stück des Weges gemeinsam gehen...

 

 

Alles Liebe

 

 

Eure Renate

Bildquelle: „Romantisches Licht" #28847818 ©Jeanette Dietl - Fotolia.com